Warum das First Life doch besser ist – Second Life Hype

Artikel vom: 14. Mai 2007


Seit mehreren Wochen wird das Online-Spiel Second Life in einigen Medien als die Revolution im Cyperspace angepriesen. Spiegel Online hat sogar eine Titelstory über das Spiel geschrieben. Wobei Spiel?

Denn es ist ein Spiel ohne Levels die man erreichen kann, es gilt kein größeres Ziel zu erreichen (Burgfräulein befreien, Welt retten, Aliens bekämpfen…). Im Grunde ist es ein 3. Chat. Ich habe mich aber schon vorher im besagten „Spiel“ angemeldet. Aber meine Tadelzeit in Second Life ist sehr kurz, denn ich finde das Programm sehr albern und habe auch zu wenig Zeit mich in diese Welt einzuarbeiten. Eine Stunde hat mir schon gereicht.

Nun aber erkennt die Werbebranche Second-Life. Viele große Firmen haben sich schon Grundstücke gekauft bzw. in Repräsentanzen investiert. Auch Promis möchten an diesem neuen Hype teilnehmen, so ist zum Beispiel Reiner Calmund mit einer eigenen Insel in SC “verewigt”. Aber warum gehen die Firmen in diese virtuelle Welt?

Ich glaube zum einen weil es ein Hype ist, zum anderen weil viele Firmen vor Blogs angst haben bzw. auf die Schnauze gefallen sind. Warum Angst? Ganz einfach weil in Blogs die Kommentarfunktion für viele Firmen der Untergang sein kann. In Second-Life, da es ein Chat ist, wird nichts für die Nachwelt hinterlassen, keine bissigen, gerechtfertigten oder ungerechtfertigten, polemischen, konstruktiven oder wie auch immer gearteten Kommentare können von Seitenbesuchern aufgerufen werden. In Blogs muss man sich mit seinen Kunden auseinandersetzen, in Second-Life ist alles nur cool…

Für mich persönlich ist es auch deshalb uninteressant, weil ich keinen besonderen Nutzen für mich erkennen kann. Da ich weder im First Life zu den Konsumisten gezählt werden möchte und umso weniger möchte ich es im Netz einer sein. Und Second-Life ist für mich nur eine Marketingmaschine mit dem Ziel was zu verkaufen.

Und warum soll ich für virtuelle Nike-Turnschuhe Geld ausgeben? Weil es mein Avatar-Ego aufbaut, weil ich mich von Spielern abheben möchte in dem ich virtuelle Dinge kaufe um meinen besonderen Status hervorzuheben? Traurig aber wahr, denn in dieser virtuellen Welt geht es anscheinend vor allem um Prestige, Konsum, Status. Also alles Dinge die das reale Leben schon so kompliziert machen. Ich erkenne da keinen großen Unterschiede zwischen First & Second Life und ich sehe in Second-Life auch keine „bessere Welt“.

10 Irrtümer über Second-Life schreibt die Onlineausgabe des Focus. Ein interessanter Artikel, auch ein kleiner Seitenhieb gegen den Spiegel.

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