Neues Berufsbild in Deutschland: Arbeitsuchender via BA

Artikel vom: 1. März 2005


Vieles hat sich auf dem Arbeitsmarkt getan. Hartz IV trat in diesem Jahr endgültig in Kraft und versetzte viele Menschen in Angst und Schrecken, da sie um ihre Existenz bangten. Fragwürdige Investition der Bundesagentur für Arbeit (ehemals Arbeitsamt) helfen den Arbeitsuchenden nicht besonders weiter.

Zeitgleich stieg die Arbeitslosenzahl auf stolze fünf Millionen an, was einen neuen Nachkriegsrekord bedeutet. „Alles Schwarzmalerei und Pessimismus“ heißt es von der Bundesagentur für Arbeit. Auch deren Bild hat sich gewandelt. Hitzige Diskussionen über das Auftreten in der Öffentlichkeit und die aufgebrachten Unsummen für neue Präsenzen ließen das ehemalige Arbeitsamt nicht im besten Licht erscheinen. Vorwürfe von mangelnder Arbeitsmoral unter Beamten, zu hohe Löhne für diejenigen, die generell zu den Besserverdienenden zu zählen sind und steigende Arbeitslosenzahlen. Für sämtliche Schlagzeilen muss die BA herhalten. Zu Recht meinen viele, da man es seitens der Regierung und der BA versäumt hätte, effektiv etwas gegen Arbeitslosigkeit zu unternehmen.

Um der schlechten Stimmung entgegenzuwirken wurde erst einmal die Internetpräsenz gründlich überarbeitet. Doch der Nutzen für den Arbeitsuchenden scheint nicht ersichtlich zu sein. Alex aus Dortmund sucht seit Jahren vergeblich nach einem Job und hat sich Hilfe suchend mehrfach an die Bundesagentur gewendet. Der Erfolg blieb aus und eine merkliche Verbesserung der Lage ließe sich für ihn nicht durch eine optisch aufgewertete Erscheinung im Internet erzielen. Zumal er, wie viele seiner Leidensgenossen auch, den persönlichen Kontakt mit einem Berater suche und Wert schätze. Gleichzeitig will die BA für mehr Service-Leistungen einstehen und gerade solche Kritikpunkte aus der Welt schaffen. Doch an der konsequenten und einfach zu bedienenden Umsetzung auf virtueller Ebene hapert es anscheinend noch gewaltig.

Wer Arbeit sucht, der findet angeblich auch Arbeit. Per einfacher Suchoption soll der potentielle Arbeitnehmer schnell seinen idealen Arbeitsplatz finden. So weit zur Theorie. In der Praxis offenbaren sich derweil jedoch erhebliche Mängel. Die Suchabfragen führen nur in seltenen Fällen zu befriedigenden Ergebnissen, seien aber in der Regel nutzlos. Als Beispiel wäre zu nennen, dass es für eine Halbtagskraft keinen Sinn machte einen Arbeitsweg von mehreren hundert Kilometern in Kauf zu nehmen, so dass das Gehalt schlichtweg von den entstehenden Spritkosten aufgezehrt würde. Oftmals werden solche Angebote zugeteilt, die für den Arbeitsuchenden keine Lösung darstellten. Ungefähr ein Drittel aller Abfragen führe zu fehlerhaften Ergebnissen. So eine Fehlerquote ist für ein derartiges Unternehmen nicht tragbar. Zumal wirtschaftlich orientierte und auf offenen Wettbewerb ausgelegte Unternehmen viel bessere Suchoptionen zur Verfügung stellen.

Dem Arbeitslosen hilft indessen wohl nichts weiter, wenn er oder sie sich nicht einmal auf die Bundesagentur verlassen könne. An einigen Gerüchten, wie z.B. den viel zu hohen Ausgaben bzw. Kosten scheint mehr dran zu sein, als man anfänglich annehmen durfte. Bis die BA an einem effektiven Standard angekommen wäre, müsste man am besten auf die örtlichen Hilfsstellen zurückgreifen, die sogar laut eines Testberichts der Stiftung Warentest bessere Ergebnisse erzielten. Hier könne man zwar nur in einem begrenzten Umkreis suchen, aber eine umfangreiche Suche innerhalb Deutschlands scheint derzeit auch bei der Bundesagentur für Arbeit nicht möglich zu sein.

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