Artikel vom: 30. März 2007
Vor einigen Tagen erhielt ich die Nachricht von einem Österreicher der in Baden Württemberg lebt und der per E-Mail seine Enttäuschung kundtat. Denn wie bereits erwähnt ist er Österreicher und im Land der Häuslebauer hat man ihm unmissverständlich mitgeteilt dass man ihn nicht haben möchte.
Eins nach dem Anderen. Was ist passiert (Link zum Originalartikel)? Er hat sich für den Dienst bei der baden-württembergischen Polizei interessiert und auch deren Informationsveranstaltungen besucht. Es hängen ja überall entsprechende Plakate, Motto Ausländer kommt zur Polizei. Sein Interesse wurde größer. Ihm wurde auch mehrmals mitgeteilt dass seine österreichische Staatsangehörigkeit kein Problem wäre.
So wurde er auch von der Polizei zu einem Schwimmtest eingeladen (den Test hat er auch bestanden). Doch nach Wochen des Wartens kam die Ablehnung. Nein, es waren nicht die Schulnoten oder andere Auschlussgründe, sondern sein rotweißroter Reisepass wurde als Grund angegeben. Im Ablehnungsschreiben wird die Ablehnung mit “nicht vorhandener politischer Einsatzbedarf für Österreicher” genannt. Auf gut Deutsch, Österreicher will man nicht.
Ein schlechter Witz? Nein. Trotz EU-Mitgliedschaft Österreichs, trotz der Erfüllung aller Voraussetzungen (und das sind nicht wenige) wird Österreichern der Dienst in Baden Württemberg verweigert. Mich hat dann interessiert wie es in anderen deutschen Bundesländern aussieht. Denn in Deutschland ist die Polizei Landessache.
Zum Erstaunen musste ich feststellen dass die anderen Bundesländer viel liberaler sind. Nach Telefonaten mit diversen Polizeipressesprechern in mehreren Bundesländern zeigte sich das BaWü einen Sonderweg bestreitet. Denn zum Beispiel in Hessen sind EU-Ausländer herzlich willkommen. Hier hüten Schweden, Franzosen, Belgier und auch Österreicher das Gesetz. Nur im Land der Häuslebauer sind Statistiken und politischer Einsatzbedarf für die Einstellung maßgebend.
Trotz eines zusammenwachsende Europas geht man in Baden Württemberg einsame Sonderwege. Aber vielleicht überlegt in Stuttgart noch einmal darüber nach auch Österreicher in den Polizeidienst aufnimmt. Auch wenn die 40.000 Österreicher in Baden Württemberg unscheinbar sind, d.h. es ist keine “Problemgruppe”, sollten auch gebürtige Alpenrepublikaner das Gesetz vertreten dürfen. In Hessen ist auch ein Österreicher für die Polizei tätigt. Und eine Flut von österreichischen Bewerbern ist auch nicht zu erwarten.
Also liebe Verantwortliche im Innenministerium gebt euch einen Ruck und öffnet den Polizeidienst auch für EU-Ausländer, inkl. Österreichern.
Weiterführende Links:
Ausländer für Polizeidienst gesucht, nur Österreicher unerwünscht