Alpenland Österreich statt Arbeitsamt

Artikel vom: 29. Mai 2006


Der Arbeitsmarkt ist für deutsche Arbeitnehmer immer interessanter. Bei nur 5 % Arbeitslosenquote versuchen viele Menschen aus dem Norden in Österreich Fuß zu fassen. Egal ob als Saisonarbeiter oder dauerhaft. Alpenrepublik statt Arbeitsamt titelte ein deutscher TV-Sender.

An einem kühlen Junitag sitzen 300 arbeitslose Bauarbeiter in der Kölner Zentralstelle für Arbeitsvermittlung und hoffen darauf, dass ihre Bewerbungen für Österreich erfolgreich sind. Die Aussicht: Zeitverträge für ein paar Monate. So beginnt eine Reportage des deutschen Senders RBB (Radio Brandenburg und Berlin) vom 28. Mai 2006. Der umgekehrte Weg, d.h. das Österreicher beim großen Bruder Deutschland Arbeit suchen ist ja bekannt und nichts Besonderes. Aber seit der wirtschaftlichen Misere in Deutschland ist das umgekehrte Phänomen zu beobachten. Deutsche kommen als Gastarbeit und nicht als Urlaubsgäste nach Österreich.

oesterreich-fahne-pfeilSo hat sich laut Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger der Anteil deutscher Gastarbeiter von 20.232 im Jahr 2000 auf 44.946 im Jahr 2005 erhöht. Österreich gilt gerade für ostdeutsche Arbeitslose, aber auch aus dem Westen als Weg aus einer Sackgasse ohne Perspektiven und der Inanspruchnahme von Arbeitslosengeld oder Hartz IV . Vor allem im Tourismus finden Arbeitswillige aus dem Norden arbeit. Für viele Gastarbeiter wird aber Österreich zur neuen dauerhaften Heimat. Auch wenn in Österreich Deutsch gesprochen wird, sind die unterschiedlichen österreichischen Dialekte gerade am Anfang eine enorme Herausforderung. Vor allem die österreichischen Eigenbegriffe müssen erlernt werden. Trotz Trend Richtung Österreich arbeiten mehr Österreich in Deutschland wie umgekehrt.

Natürlich gibt es nicht nur Beifall für die Arbeiter und Angestellten aus Deutschland. So sieht der Chef der Arbeiterkammer Tirol, Fritz Dinkhauser in der Zeitschrift News (Ausgabe Nr. 11/05) dass Deutsche willig und billig arbeiten und so die heimischen Arbeitnehmer unter Druck setzen. Trotz dieses punktuellen Widerstandes gibt es in einem vereinten Europa die Möglichkeit den heimischen Arbeitsmarkt zu verlassen um seine Zukunft in einem anderen EU-Land bestreiten zu können.

Wichtige Informationen für Österreich:
- Löhne und Gehälter werden 14-mal jährlich ausbezahlt, also ein Monatsgehalt also Weihnachts- und Urlaubgeld.
- Die Bewerbungsunterlagen in Österreich gleichen den deutschen.
- Das Notensystem weicht von dem deutschen ab, schreiben Sie die Noten deshalb aus: “gut” oder “sehr gut”.
- Die meisten Ausbildungs- oder Studienabschlüsse werden anerkannt. Nur bei Berufen, die eine staatliche Anerkennung voraussetzen, wie beispielsweise Arzt, Anwalt oder Lehrer, trifft das nicht zu.
- Als Bürger der EU genießen Sie in Österreich Niederlassungsfreiheit. Sie müssen sich allerdings innerhalb von drei Tagen nach Bezug der Unterkunft bei der zuständigen Behörde anmelden (Magistratische Bezirksämter). Sie können auch schon bei der “begründeten Aussicht auf eine Anstellung innerhalb von sechs Monaten” nach Österreich umziehen.
- Wenn Sie in Österreich arbeiten, unterliegen Sie dem österreichischen Sozialversicherungssystem. Bei der Krankenversicherung gibt es keine freie Wahl des Versicherungsträgers. Sozialversicherung ist Pflicht. Das Geld wird meist direkt vom Arbeitgeber einbehalten.

Weiterführende Links:
Infos zum Thema Auswandern
Österreich Informationen
Österreich News
3Sat Dokumenation Alpenland statt Arbeitsamt
Deutsche Botschaft in Wien (Informationen zu den Themen Meldepflicht, Aufenthalt, …)Arbeitsmarkt Service (Österr. Arbeitsamt)

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