Artikel vom: 5. Februar 2008
Der neu ernannte evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker sieht einiges an Verbesserungsmöglichkeiten in der Arbeit der österreichischen Bundesregierung. Im Interview, das während der Fernseh-”Pressestunde“ am Sonntag im ORF gesendet wurde, legte Bünker seine Ansichten wie folgt dar:
Er unterstützte den Vorschlag der SPÖ nach einer Grundsicherung. Diese könnte man nicht als Almosen abtun, wie es der Koalitionspartner ÖVP bezeichnet hatte, sondern es müsse für die Kleinverdiener eine Abgeltung der gestiegenen Preise geben. Darüber hinaus kritisierte Bünker die Abschaffung der Erbschafts- oder Vermögenssteuer, denn die Einkommensschere zwischen Arm und Reich wächst ständig und diese Entscheidung trägt zusätzlich dazu bei.
Ein weiteres Thema, mit dem sich Bünker beschäftige ist das Verbleiben von Arigona Zogaj und ihrer Familie in Österreich. Er sei der Auffassung, dass der Grund, warum die Familie Zogaj so lange keinen rechtlich einwandfreien Aufenthalt hatte, einzig und alleine die Schuld der österreichischen Beamten sei. Somit handle es sich nicht um eine huldvolle Gnade seitens der Regierung sondern um das Recht von Verfolgten die darüber hinaus bereits voll integriert seien. Und sobald Asylanten, wie im Falle Arigona Zogaj, in Österreich integriert seien, gäbe es keinen Grund, den heimatlosen Menschen ihre Zukunftschancen zu nehmen.
Auch der Grazer Wahlkampf, der überwiegend mit dem Thema Ausländer in Österreich bestritten wurde, war Gegenstand der Pressestunde. Zum einen hielte er eine öffentliche Entschuldigung von den verschiedensten Protagonisten für angebracht. Ohne die Namen der entsprechenden Politiker zu nennen forderte Bünker “Respekt vor dem, was Menschen heilig ist.” Auch der Bau von Moscheen in Österreich halte er für sinnvoll, denn die Gemeinschaft der evangelische Kirche wisse aus der eigenen Geschichte, was es bedeutet, wenn der Staat die Religionsfreiheit einschränke.
Ein gutes Zeugnis stellte Bünker der Regierung hingegen in Sachen (illegales) Pflegepersonal aus. Er begrüßte die Aufschiebung der Anmeldefrist, da man hier Zeit gewonnen hätte um einen zielführenden Konsens zu vereinbaren.
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