Artikel vom: 25. Januar 2008
Einmal mehr ist sich die große Koalition in Österreich nicht einig. Was ist sinnvoller, Präventionsmaßnahmen oder Straflager bei kriminellen Jugendlichen. Der Justizsprecher der ÖVP, Heribert Donnerbauer, forderte ein ähnliches Konzept der Erziehungscamps, wie es bereits in Deutschland existiert.
Die SPÖ nahm diesen Vorschlag zum Anlass, um ein zehn Punkte Programm zur Bekämpfung der Jugendkriminalität zu präsentieren. Schwerpunkt dieses Programms soll nach Aussagen der Minister Doris Bures, Maria Berger, Erwin Buchinger und Claudia Schmied die Prävention und nicht die „Nachbetreuung“ sein. Die wichtigsten Punkte in kürze:
- Einbindung der Eltern bei gefährdeten Jugendlichen
- Eine Präventionsstrategie an allen österreichischen Schulen
- Attraktive Bildungsangebote
- Unterstützung der Migrationsfamilien
Darüber hinaus will das Justizministerium den von der ehemals ÖVP/BZÖ-Koalition abgeschafften Jugendgerichtshof wieder einführen. Als begleitende Maßnahme soll in Wien Erdberg nicht nur der Gerichtshof seine Pforten wieder öffnen, sondern ein Jugendkompetenzzentrums installiert werden, in dem die Jugendlichen psychiatrische Betreuung erhalten.
Von seitens des derzeitigen Justizsprechers Donnerbauer (ÖVP) wird das als „Kuschelpädagogik“ bezeichnet, die wirkungslos sei. Wo hingegen die Rückfälligkeit bei Jugendcamps nur 20% beträgt.
Weiterführende Links:
Österreich News
SPÖ will Prävention statt Jugendcamps (Die Presse)
Wie Europa Jugendgewalt bekämpft (Netzeitung)
Jugendgewalt und Anfeindungshysterie: Ein Kommentar (jetzt.sueddeutsche.de)
Sippenhaftung in Kärnten (Lindwurm Blog)