Artikel vom: 10. November 2009
Das Land Bayern und die Bayrische Landesbank können nicht auf Hilfen aus Österreich für die angeschlagene Bayer-LB-Tochter Hypo Group Alpe Adria hoffen. Sowohl das Land Kärnten, das 12,4 Prozent an dem Institut hält als auch der Bund lehnen finanzielle Unterstützung ab.
Der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer hatte Finanzhilfen aus Österreich verlangt. Die Bayern-LB war im Zuge der Finanzkrise in arge Bedrängnis geraten und musste vom Bund und dem Land Bayern mit Kapitalspritzen und Garantien gestützt werden, um den Zusammenbruch zu verhindern.
Die Bayrische Landesbank hatte vor zwei Jahren zwei Drittel an der Hypo Group Alpe Adria erworben. Die Abschreibungen auf deren Firmenwert, die nun erforderlich sind, werden zusammen mit der Risikovorsorge für faule Kredite und anderen Belastungen im Zusammenhang mit der Finanz- und Wirtschaftkrise nach Einschätzung der Bayern-LB in diesem Jahr zu einem Verlust in Höhe von einer Mrd. Euro führen. Für die Landesbank kommen die zusätzlichen Belastungen zu einem ungünstigen Zeitpunkt – das Institut bemüht sich um einen rigiden Sanierungskurs.
Osteuropa-Geschäft belastet
Die Hypo Group Alpe Adria sieht sich mit wachsenden Belastungen vor allem in ihrem Osteuropageschäft konfrontiert. Wie auch viele andere Banken der Alpenrepublik und die gesamte österreichische Volkswirtschaft bestehen große Verflechtungen mit den Beitrittsländern des ehemaligen Ostblocks.
Die neuen EU-Staaten wurden von der Finanzkrise besonders hart getroffen, weil sie mit einer hohen Auslandsverschuldung zu kämpfen haben und zudem der Verschuldungsgrad von Unternehmen und Haushalten sehr hoch ist. Österreichische Banken sind in der kriselnden Region in großem Umfang engagiert – das Gesamtvolumen der ausstehende Kredite wird auf 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Alpenrepublik geschätzt.
Der österreichische Finanzminister Josef Pröll sieht das Land Bayern und die Bayrische Landesbank bei den Hilfen für die Hypo Group Alpe Adria in der Pflicht. Er unterstrich, dass es nicht geplant sei, den österreichischen Steuerzahler erneut zahlen zu lassen. Auch der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler sieht keine Veranlassung für öffentliche Hilfen. Seiner Ansicht nach ist es jedoch vorstellbar, dass der Bund den Kärntner Anteil an der Hypo Group Alpe Adria übernimmt.
Vor zwei Wochen waren Verhandlungen mit der Bayrischen Landesbank ergebnislos vertagt worden. Aus Österreich verlautete dabei am Rande Kritik –die Bayern-LB wisse nicht, welche Lösung sie letztlich anstrebe. Im Gespräch zur Sanierung der Hypo Group Alpe Adria war eine Kapitalerhöhung ebenso wie Finanzhilfen aus Österreich. Diese waren besonders von Bayern gefordert worden.