Artikel vom: 16. November 2009
Österreich steht vor der Entscheidung, eine Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren in das Gesetz aufzunehmen oder nicht. Seit es die Gesetzesvorlage gibt, gibt es auch kontroverse Diskussionen zu diesem Thema. Neu angefacht wurde diese Diskussion jetzt von Seiten des Wiener Erzbischofs Kardinal Christoph Schönborn.
Im Rahmen der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz sagte Kardinal Schönborn, die Abgeordneten der Nationalversammlung sollten nur auf ihr Gewissen hören und sich genau überlegen wie sie abstimmen. Nach Meinung von Kardinal Schönborn ist die Ehe zwischen Homosexuellen weder angebracht noch notwendig.
Ähnlich scharf reagierte der Erzbischof auf das Verbot von Kreuzen in öffentlichen Gebäuden wie beispielsweise in Klassenzimmern, was jetzt in Italien verabschiedet wurde. Österreich sei zwar nicht davon betroffen, aber Schönborn sieht darin einen ernsten Anlass zur Sorge. Das Kreuz sei für sehr viele Menschen ein Symbol der Hoffnung. Auch für die Religion sollte nach Ansicht von Schönborn in öffentlichen Räumen immer ein Platz sein.
Eine anderes „heißes Eisen“ war während der Bischofskonferenz auch wieder das Thema: Schwangerschaftsabbruch. Die Bischöfe forderten, dass die Zahl der Abtreibungen wieder gesenkt werden soll und lobten in diesem Zusammenhang die Familienstaatssekretärin Christine Marek von der VP, die eine Studie in Auftrag geben möchte, in der die Zahl und auch die Ursachen der Abtreibungen in Österreich erfasst werden sollen. Kardinal Schönborn wollte sich in diesem Zusammenhang nicht direkt zu einer Abschaffung der Fristenlösung aussprechen, aber ein Gesetz was Abtreibungen erlaubt, werde es seiner Meinung nach mit Zustimmung der Kirche nicht geben.
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