Artikel vom: 31. Oktober 2009
5.508 Fotografen aus 124 Ländern haben im vergangenen Jahr über 96.300 mal auf den Auslöser gedrückt und auf Fotos festgehalten, welche Momente und Motive für sie die fröhlichsten, bewegensten, spektakulärsten und dramatischsten waren. Die Wiener Galerie Westlicht zeigt vom 30. Oktober bis zum 31. November die 200 besten Fotos aus dem Wettbewerb „World Press Photo 09“.
Nur 64 Fotos aus 27 Ländern waren in zehn Kategorien in der engeren Auswahl. So wurden unter anderem Portraits ausgezeichnet, aber auch Bilder aus dem alltäglichen Leben, Fotos von Naturkatastrophen und auch aktuelle und sportliche Ereignisse wurden im Bild festgehalten.
Der Sieger kommt aus den USA und heißt Anthony Suau. Er hat fotografiert, wie ein Polizist mit gezogener Waffe die Räumung eines verschuldenden Hauses sichert. Nach Meinung der internationalen Jury ist das Schwarz/Weiß Foto ein Symbol für die Immobilienkrise in Amerika. Den Betrachter erinnert das Foto an eine Aufnahme aus dem Krieg und so will es auch der Fotograf verstanden wissen. Die Räumung eines Eigenheims aufgrund von Überschuldung stellt für ihn einen Krieg im eigenen Zuhause dar.
Aber die Galerie Westlicht zeigt auch andere Fotos, so zum Beispiel traditionelle Massai Krieger mit Pfeil und Bogen die Jogginghosen tragen, ein Boot voller Flüchtlinge vor der Küste von Lampedusa, ein kleines Mädchen das nach dem zerstörenden Zyklon in Myanmar zu einem Boot mit Lebensmitteln läuft und auch Michelle Obama, die während einer Zugfahrt an ihren Mann gelehnt eingeschlafen ist.
Der Besucher bekommt in dieser Ausstellung einen Überblick über die vielen Schicksale von Menschen in Ländern auf der ganzen Welt und kann in den Räumen der Galerie Westlicht auf diese Weise das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren lassen.
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