Streit um Ausstellung

Artikel vom: 12. Oktober 2009


Der Streit um eine geplante Ausstellung mit Fotografen aus Nordkorea wird in Kärnten immer mehr zu einem Politikum. Die einen sprechen von der „Verherrlichung eines totalitären Regimes“, die anderen sehen in der Ausstellung die Chance, endlich mit all den Lügen aufzuräumen die immer noch über Nordkorea existieren.

KlagenfurtAnlass des Streits im Landeshaus in Klagenfurt ist die am 21.Oktober 2009 beginnende Ausstellung „Die Wahrheit über Nordkorea“ des Villacher Fotografen Wolfgang Lobing. Lobing spricht von Lügen über Nordkorea und dem großen Führer Kim Il Sung, die von „Jüdisch-Imperialistischen Aggressoren aus den USA“ in die Welt gesetzt wurden. Im Land herrsche nach seiner Ansicht kein Chaos, die Menschen müssten nicht hungern, sondern wären sauber und ordentlich gekleidet und die Hauptstadt sehr sauber und reinlich.

Das sehen einige Leute ganz anders wie zum Beispiel der EU-Abgeordnete Hubert Pirker (ÖVP). Pirker hat Nordkorea bereits fünfmal besucht und seiner Meinung nach ist das Land ein einziges kommunistisches Gefangenlager mit einem verrückten Diktator an der Spitze. Ähnlich sieht es auch der SPÖ Landesparteiobmann Reinhard Rohr. Auch er sieht in der Ausstellung nur die „Verherrlichung eines totalitären Regimes“.

Schon die Einladung zur Ausstellung sorgte für Zündstoff. Fotograf Lobing, der den Text verfasst hat, spricht darin über Nordkorea als ein Land mit paradiesischen Zuständen. Nach seiner Ansicht sind alle Nordkoreaner ausgesprochen heimattreu. Auf den Straßen gäbe es keine Asylanten, also kein Gesindel, keine Betrunkenen und bis auf eine kleine Anzahl Chinesen auch keine Ausländer. Das sei nach Ansicht von Reinhard Rohr auch kein Wunder, denn jeder der die Gelegenheit bekommt, würde das Land schließlich sofort fluchtartig verlassen.

Wolfgang Lobing wehrt sich gegen die massiven Vorwürfe und möchte dass sich die Zuschauer eine Meinung bilden und nicht die Politiker die seiner Ansicht nach nur Vorurteile haben.

Trotz heftiger Proteste wurde die Ausstellung nicht abgesagt.

Foto: © Stefan Weitemeyer – Fotolia.com

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Leser Meinungen zu "Streit um Ausstellung"

  1. J. Nyhuis sagt:

    Der Fotograf muss auf beiden Augen fast blind gewesen sein und war vermutlich mit der KFA (Korean Friendship Association)im Land. Ich muss ihm allerdings zum Teil recht geben, Nord Korea ist nicht so wie im allgemeinen in der Presse dargestellt. Es ist ein schönes Land mit sehr liebenswerten Menschen, aber mit Sicherheit kein Paradies. Die Menschen leiden an Mangelernährung, ausserhalb von Pyongyang gibt es nur eine sehr mangelhafte Energieversorgung, Reisebeschränkungen im eigenen Land, eine unzureichende ärztliche Versorgung (so gibt es z.B. kein Gips, um Brüche zu stabilisieren, 24 Std Propaganda am Tag, eine permanente Überwachung – die Liste liesse sich noch lange fortsetzen. Im Gegensatz zu dem Fotografen, der vermutlich nur einige Tage dort war, habe ich mehrere Jahre dort gelebt. Und trotz allem war ich gerne in diesem Land – wegen der Menschen.