Steiniger Weg zum Oskar

Artikel vom: 28. August 2009


Vielleicht für den österreichischen Regisseur Michael Haneke für seinen Film: „Das weiße Band“. Oder doch nicht so ganz, denn der Film wird bei der Oscar Verleihung 2010 für Deutschland als bester ausländischer Film ins Rennen gehen.

regieMoment mal, Michael Haneke ist ein waschechter Österreicher und „Das weiße Band“ ist ein sehr österreichischer Film und trotzdem wird der Film als deutscher Film nominiert? Der Grund dafür ist, dass der Film eine deutsch-österreichische Co-Produktion ist.

Das heißt, das Geld für die Produktion stammt aus Deutschland und der Rest aus Österreich und wie so oft im Leben hat auch hier derjenige das Sagen, der das Geld hat und das ist in dem Fall Deutschland. Werner Müller, Geschäftsführer des österreichischen Verbands der Filmindustrie, ist darüber ein bisschen sauer. Vor allem aber kritisiert er die sehr überholten und vor allem dehnbaren Regeln der Academy for Motion Pictures Art and Science, die jährlich den Academy Award, also den heißbegehrten Oscar verleiht. Besonders stören Werner Müller die Regeln bei Co-Produktionen.

Schon 2007 hätte der grandiose Film „Der Fälscher“ rein theoretisch für Deutschland ins Rennen gehen können, aber Deutschland hatte sich wohl keine Chancen ausgerechnet. Pech, denn „Der Fälscher“ gewann den Oscar als bester ausländischer Film. Martin Schweighofer von der österreichischen Film Kommission sieht das Ganze nicht so dramatisch, denn schließlich bekommt bei der Vergabe des besten ausländischen Films der Regisseur den Oscar und nicht der Produzent.

Michael Haneke hat aber zwei schöne Trostpflaster, wenn es mit dem Oscar nicht klappen sollte. Im Mai bekam sein Film „Das weiße Band“ die goldene Palme in Cannes und wurde von der internationalen Filmkritik gerade zum besten Film des Jahres gewählt.

Foto: © pdesign – Fotolia.com

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