Artikel vom: 31. Juli 2009
Mozarts „Cosi fan tutte“ wurde mit Spannung erwartet und sollte bei den diesjährigen Salzburger Festspielen einer der Höhepunkte der Saison werden. Was dann aber auf der Bühne des Festspielhauses stattfand, war leider kein besonderes Highlight.
Die Messlatte lag hoch. Hatte Regisseur Claus Guth doch in den vergangenen Jahren mit dem „Don Giovanni“ und der „Hochzeit des Figaro“ Mozart vom Feinsten geboten. Entsprechend hoch waren die Erwartungen des fachkundigen Publikums. Doch letztendlich konnte nur Mia Persson als Fiordiligi überzeugen. Die Sopranistin trug ihren Part in Mozarts Spiel um Liebe und Untreue sehr sauber, mit Bravour und vor allem sehr eindringlich vor, was besonders bei der Arie „ Per Perpiéta, ben mio“ im zweiten Akt zu spüren war.
Leider blieben die anderen Akteure mehr oder weniger blutleer. So leider auch die Despina, die nach Mozarts Vorstellung eine kokette Kammerzofe mit losem Mundwerk ist. Patricia Petitbon sang zwar handwerklich sehr sauber, konnte der Schlüsselfigur in „Cosi fan tutte“ aber leider kein Leben einhauchen und blieb weit hinter den Erwartungen zurück.
Über die ganzen drei Stunden blieb die Beziehung der Akteure untereinander kalt, sie fanden keine Beziehung zueinander, es kam keinerlei Spannung auf und das Ganze blieb vorher sehbar. Das mag vielleicht auch am Bühnenbild gelegen haben. Dort wo Mozarts 1790 uraufgeführte Oper eigentlich spielen sollte, nämlich im Neapel des 18. Jahrhunderts, verfrachtet Claus Guth seine Sänger in ein Ultra modernes Penthouse aus vielen Steinen, Glas und Stahl, dies unterkühlte die Oper zusätzlich.
Bleibt das Orchester. Adam Fischer dirigierte die Wiener Philharmoniker mit viel Gefühl und Mozart klang… wie Mozart eben.
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