Artikel vom: 26. Juli 2009
Mit großer Spannung war die diesjährige Aufführung auf der Bregenzer Seebühne erwartet worden. Verdis Klassiker Aida, so wurde gemunkelt, werde alle vorherigen Aufführungen in den Schatten stellen.
In der Tat, Regisseur Graham Vick hat sich etwas einfallen lassen und Aida von einer völlig neuen Seite gezeigt. Es war nicht immer eine Schokoladenseite, aber immerhin. Die Freiheitstatue als Sinnbild der verlorenen Macht ragte nur als Fragment aus den Fluten des Bodensees und zu den Klängen des Triumphmarsches stieg die über 20 m hohe blau-goldene Fackel aus dem Wasser. Ein Lob für Bühnenbildner Paul Brown, der es verstanden hat der Aida ein dramatisches Gerüst zu geben. Die meisten Akteure mussten in dieser Inszenierung mehr als einmal durchs Wasser waten.
So zum Beispiel die Tänzer, die als Sklaven verkleidet eine Art Wasserballett aufführten und dabei von der ägyptischen Herrschaft beobachtet wurden, die auf gewaltigen Treppenstufen Platz genommen hatte. Perfekt wurde das Ganze durch die tolle Lichtgestaltung von Wolfgang Göbbel, der diese Szene in ein wunderschönes, tiefviolettes Licht tauchte.
Auch der Abgang von Aida und Radamés hatte es in sich, verschwanden die beiden Liebenden doch singend mit einem Boot auf dem nächtlichen See.
Kein Highlight waren hingegen die Kostüme, eher ein wilder Mix aus vielen verschiedenen Stilrichtungen. Die Priester der Isis trugen die Roben katholischer Kardinäle, die Polizeitruppe erinnerte an amerikanische Cops (es fehlten nur die coolen Sonnenbrillen) und das Ganze wurde verziert mit einigen wenigen ägyptischen Accessoires.
Stimmlich war Verdis Aida enttäuscht schwach, aber dafür waren die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Carlo Rizzi ein wahrer Ohrenschmaus.
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