Interview mit dem Gründer der Zentrumpartei Austria Helmut Bierbaumer

Artikel vom: 19. Juni 2007


In Österreich gibt es eine neue Partei. oesterreichnews.de hat als erstes Onlinemagazin ein Interview mit dem Gründer der “Zentrumpartei Austria” Dr.Helmut Bierbaumer geführt. Der Parteigründer erläutert welche Ziele die Partei verfolgt und was die Österreicher von der Zentrumpartei zu erwarten haben.

Gründer der Zentrumpartei Austria Dr. Helmut BierbaumerHerr Bierbaumer was hat Sie dazu bewogen eine neue Partei zu gründen?
Ich sehe mich als politisch interessierten Menschen, der sehr viele Stunden seines blühenden Lebens mit Beobachtung der Innen- und Außenpolitik verbracht hat. In den letzten Jahren konnte ich nur fassungslos zusehen, wie Österreich von einem populistischen Gespenst gelähmt wurde und seine Politiker nicht in der Lage waren, der Bedrohung unserer Gesellschaft durch die abnehmenden Geburtenzahlen einige Konzepte entgegen zu stellen. Politische Diskussionen unter Freunden und Kollegen zeigten meist ein resignatives Ergebnis, was blieb da anderes übrig, als zur Tat zu schreiten, die Ideen zu formulieren und in eine Webseite zu tippen.

Waren Sie selbst schon in der Parteipolitik aktiv oder ist es Neuland für Sie?
Ich war bis jetzt noch bei keiner Partei aktiv, auch nicht die kleine Gruppe um mich herum, wir betreten Neuland, ebenso wie es hunderte Leute vor uns gemacht haben. Kaum jemandem ist bekannt, dass in den letzten 50 Jahren in Österreich mehr als 800 neue Parteien gegründet wurden, – die sind alle sang und klanglos friedlich entschlafen, sie haben allerdings das Internet noch nicht für sich nützen können, wie es heute eben der Fall ist.

Wie könnte man die “Zentrumpartei” einstufen? Ist sie eher rechts, links und in welche der drei großen politischen Strömungen ist sie einzuordnen (Liberalismus/Sozialismus/Konservatismus)?
Wir sind ideologisch in der Mitte, daher auch der Name “Zentrumpartei“, wir hüten uns aber davor, das Etikett “liberal“ für uns in Anspruch zu nehmen, einerseits, weil dieses Schlagwort in Österreich seit Heide Schmidt etwas ramponiert ist, und andererseits, weil die Absicherung der sozial Schwächeren für uns ebenso wichtig ist, wie die freie Entfaltungsmöglichkeit des Individuums, nur wollen wir diese soziale Absicherung mit einem Minimum an Bürokratie erreichen. Die Politik der Zentrumpartei, mit anderen Worten: “Zentrale Politik“ bedeutet: “ Freiheit des Individuums bis zum Grenzzaun des Nachbarn, und gleichzeitige, möglichst unbürokratische Absicherung der Schwächeren.

Warum gründen Sie von Kärnten aus eine neue Partei. Ist es in Kärnten schon so schlimm, dass man sich von den etablierten Parteien abwenden muss, um dann eine neue Partei zu gründen?
Der Ort der Parteigründung hat mit Kärnten wenig zu tun, wir bieten ja ein politisches Konzept für unseren Staat, – ganz nebenbei erwähnt, fordern wir die Auflösung der Länder- und Gemeindeverwaltungen, also der Kärntner Regionalpatriotismus ist bei uns eher schwach entwickelt.

Welche Ziele haben Ihre Mitstreiter und Sie sich gesetzt?
Wir wollen ein Kristallisationskeim für ein politisches Programm sein, das die staatstragenden Parteien nicht vertreten können, weil jeder Politiker der etablierten Parteien solche Forderungen, wie wir sie auf unserer Homepage www.zpa.at anführen, erst dann laut formulieren kann, wenn er seine Karriereplanung bereits abgeschlossen hat.

Wo sehen Sie die inhaltlichen Schwerpunkte Ihrer Partei?
Geburtenrate, Verfassungs- und Verwaltungsreform, Bruch einiger Tabu- Themen am Arbeitsmarkt und Umstieg auf alternative Energiegewinnung. Wir haben übrigens zu jedem innenpolitischen Bereich unsere Stellungnahmen formuliert, auf www.zpa.at sind sie in der Programmübersicht nach zu lesen. Langwierige Programmdiskussionen wird es in der Zentrumpartei nicht geben, – die Hausaufgaben haben wir vorher gemacht.

Gab es auch schon Reaktionen der etablierten Parteien?
Nein, die gab es noch nicht, denn wir haben die Werbetrommel noch nicht gerührt, aber das soll sich in den nächsten Monaten ändern.

Wie sieht es in der Programmatik für die Auslandsösterreicher aus? Primär interessieren Österreicher im Ausland die Themen Doppelstaatsbürgerschaft und die Neuerwerbung der österreichischen Staatsbürgerschaft.
Wir messen der Kräftigung des österreichischen “Wir- Gefühls“ entgegen dem derzeitigen Mainstream der europäischen Politik doch einige Bedeutung bei, stehen daher der Doppelstaatsbürgerschaft eher reserviert gegenüber und sind auch bezüglich des Neuerwerbes der österreichischen Staatsbürgerschaft für das Beibehalten zeitlicher Hürden, bei deren Überwindung auch auf sprachliche und kulturelle Integration geachtet werden müssen.

Danke für das Interview.

Dr. Helmut Bierbaumer ist Arzt und lebt in Kärnten und ist Gründer der Zentrumpartei Austria.

Weiterführender Link:
Zentrumpartei Austria


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