Auf malerischen Wegen durch Sachsen-Anhalt

Artikel vom: 1. Februar 2009


Bereits im 18. Jahrhundert folgten viele Menschen dem Aufruf: „Gärtner, Maler, Philosophen, Dichter, gehet nach Wörlitz!“ Damals wie heute erwartet den Besucher im sogenannten Harz – dem sachsen-anhaltinischen Teil des nördlichsten der deutschen Mittelgebirge – eine attraktive Mischung aus Natur und Kultur. Egal ob Sie romantische Spaziergänge durch Gartenanlagen unternehmen oder den bunten Fachwerkstädtchen und beeindruckenden Schlössern einen Besuch abstatten, hier lässt man den hektischen Alltag hinter sich und taucht in eine wahre Märchenwelt ein.

Das Gartenreich von Dessau-Wörlitz
Ab 1764 ließ Fürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740 bis 1817) – angeregt durch seine Eindrücke aus Frankreich, Italien und England – entlang der Elbe sowie entlang der Kunststraßen und Deiche zahlreiche Landschaftsgärten entstehen. Den gestalterischen Höhepunkt bildeten die Wörlitzer Anlagen. Man versuchte unter dem von Horaz geprägten Leitspruch, das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden, Kunst und Natur zu vereinigen. Gärtnerisch gestaltete Stimmungsbilder, mythologische Figuren und Inschriften sollten diese Wirkung unterstreichen, und die Idee der Freiheit sichtbar machen. Die gesamte Anlage war damals wie heute für jedermann frei zugänglich.

Heute liegt das Gartenreich von Dessau-Wörlitz eingebettet in der Auenlandschaft und umfasst sieben Schloss- und Parkanlagen auf insgesamt 145 km2. Die Gartenteile sind durch kleine Seen und Kanäle getrennt und durch Brücken und Wege miteinander verbunden. Verschiedenste Monumente, Tempel oder Bäume erfreuen das Auge immer wieder aufs Neue. Eine der Attraktionen des Parks ist zweifelsohne die Gondelfahrt durch die Seen und Kanäle – sogar mit einem romantischen Essen mit Musikbegleitung möglich.

Die Highlights: Sangerhausen und Wernigerode
Wer es gerne blumig hat, sollte unbedingt einen Abstecher nach Sangerhausen machen. Die mehr als tausend Jahre alte Stadt ist nicht nur kunsthistorisch äußerst interessant, sondern wartet mit dem bedeutendsten Rosengarten der Welt auf: Das sogenannte Europa-Rosarium zeigt auf 12,5 ha Fläche mehr als 7000 Rosenarten und -sorten. Die „Königin der Blumen“ wird hier von ca. 100.000 Besuchern jährlich bewundert.

Weiter geht die Entdeckungsreise ins romantische Fachwerkstädtchen Wernigerode. Einst vom Schriftsteller und Heidedichter Hermann Löns „bunte Stadt am Harz“ genannt, bietet die überschaubare Kreisstadt heutzutage eine Vielzahl an bestens erhaltenen Fachwerkbauten. Rund um den Marktplatz stehen sie noch wie im Mittelalter, als Wernigerode kurzweilig sogar Hansestadt war. Wichtigster Blickfang ist das Rathaus mit seinem Schieferdach, den spitzen Türmchen, einer breiten Treppe und der rot leuchtenden Fachwerkfassade. Ebenso gesehen haben sollten Sie das kleinste Haus der Stadt, das nur 4,20 Meter hoch und 2,95 Meter breit ist. Das einstige Wohnhaus dient heute als Museum und zeigt die damaligen Wohnverhältnisse.

Märchenhafte Schlösser und Burgen
Verlässt man Wernigerode thront hoch über der Stadt das beeindruckende Schloss. Fast wie in einem Märchen haben die Besucher hier einen herrlichen Ausblick auf die vielen roten Dächer.
Ruhesuchende sind am besten auf dem idyllischen Schloss Westerburg aufgehoben. Es liegt an der sogenannten „Straße der Romantik“ und gehört zu den besterhaltenen Wasserburgen Sachsen-Anhalts. Die alten Gemäuer mit eigener Kapelle beherbergen heute ein Hotel. Ein Rundgang lohnt sich, ist doch jeder Winkel liebevoll renoviert und birgt so manches Geheimnis. - Text von Helge Trach-

Weiterführende Links:
Sachsen-Anhalt-Tourismus – Offizielle Seite

Fotonachweis: Fotograf: Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt GmbH / Rathaus in Wernigerode

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