Artikel vom: 10. Oktober 2008
Auf österreichischen Onlinemedien ist von Kursgemetzel und anderen Kraftausdrücken zu lesen. Aber auch kein Wunder, denn die Wiener Börse scheint heute Kopf zu stehen. Die internationale Finanzkrise hatte auch schon in den letzten Tagen ihre Spuren hinterlassen. So ist der österreichische Leitindex schon seit Tagen im Abwärtstrend. Doch der heutige Tag übertrifft alle bisherigen Kurseinbrüche. So hat der ATX heute über 10 Prozent verloren. Was zu einer kurzfristigen Aussetzung des Handels führte.
Wiener Börse mit neuen Regeln
Mittels geänderter Regeln geht die Wiener Börse gegen den Abwärtstrend wie folgt vor: Erstens kann – sobald der Handel an der Wiener Börse wieder aufgenommen wird – die Wiener Börse AG bis auf weiteres bei Kursänderungen in einem Finanzinstrument von mehr als 10 Prozent den Handel in diesem Wertpapier befristet oder bis auf Widerruf aussetzen. Zweitens kann „Short-Selling“ in einzelnen oder allen gehandelten Wertpapieren mit sofortiger Wirkung befristet oder bis auf Widerruf untersagt werden. Diese Regeln wurden via Presseaussendung veröffentlicht
Gesperrte Konten in Österreich und Deutschland
Die Konten der isländische Kaupthing-Bank wurden in Österreich und Deutschland gesperrt. Für Kunden der Bank gilt weder die österreichische, noch deutsche Einlagensicherung. In Österreich hatte die Regierung die Einlagensicherung von 20.000 auf unbegrenzt erhöht. Die Kaupthing-Bank hat mit hohen Zinsen um Kunden in Österreich und Deutschland geworben. Augrund der Turbulenzen in Island reagierten die Finanzaufsichtsbehörden in Deutschland und Österreich.
Rezession bekommt reale Bedeutung
Die nächsten Wochen werden zeigen in welche Richtung sich die Weltwirtschaft bewegt. Das Wort Rezession bekommt für immer mehr Menschen eine reale Bedeutung. Denn in der Automobilindustrie wird die Produktion bereits gedrosselt.
Weiterführende Links:
Wiener Börse
Kursgemetzel geht in Wien weiter (orf.at)