Der Kampf der Lokalhelden um Wien

Artikel vom: 3. August 2008


Die Geschichte der Stadt Wien ist lang und von berühmten Belagerungen gekennzeichnet. So versuchten die Türken mehrmals die österreichische Hauptstadt zu erobern, scheiterten aber. Beim zweiten Versuch hatten die Wiener großes Glück, denn die Sprengung der Stadtmauer konnte noch rechtzeitig verhindert werden.

Nun droht der Stadt an der Donau neu erobert zu werden und ob die Wiener wieder Glück haben bleibt abzuwarten.. So sind es vor allem zwei Personen die den Sturm auf das Wiener Machtzentrum antreten wollen. Der Tiroler Fritz Dinkhauser und der in die Jahre gekommene (Wahl-)Kärntner Jörg Haider wollen in Wien ihre politischen Ziele umsetzen. Aber welche Ziele waren es noch die Dinkhauser und Haider verwirklichen wollen? Eine Frage die nur die zwei beantworten können, denn abgesehen vom Einzug in den Nationalrat ist von den beiden wenig bis gar nichts Programmatisches bekannt. Und das BZÖ-Volksbegehren gegen die Teuerung ist so wirksam wie eine Petition gegen den Klimawandel. Kritiker würden nun anbringen, dass beide, Dinkhauser und Haider nur mit billigem Populismus punkten wollen (und können), aber soweit wollen wir hier nicht gehen.

Aber es ist interessant zu sehen, dass im kleinen Österreich Regionalparteien immer erfolgreicher werden. Neben Brüssel ist auch Wien für viele ein (politisches) Synonym für alles Schlimme. Gegen Brüssel wettern nun fast alle Parteien. Und auf lokaler Ebene hat man abgesehen von der Bundeshauptstadt selbst, überall Sympathien wenn man gegen Wien poltert. Gerade in Tirol und Kärnten ist diese Wienphobie besonders zu erkennen. Viele dieser Lokalhelden vergessen aber dass ihre Mannen selbst in Wien sitzen und viele Beschlüsse herbeigeführt haben.

Es wird spannend zu sehen ob es diese Kleinparteien auch in das Parlament schaffen. So ist ein österreichisches Parlament das aus sechs Parteien besteht erstmals möglich. So könnten neben den “Altparteien” SPÖ, ÖVP, Grünen, Freiheitlichen, das BZÖ höchstwahrscheinlich wieder einziehen, das Liberale Forum mit ach und krach und die Liste Dinkhauser vielleicht sogar komfortabel.

Gerade in der ÖVP sollten die Stirnfalten immer größer werden. Denn die Liberalen und auch Dinkhauser fischt gerade im Lager der größten konservativen Volkspartei. Das Liberale Forum wird höchstwahrscheinlich bei den Unternehmern und Freiberuflern punkten, also klassisches ÖVP-Terrain betreten und die Liste Dinkhauser wird den Arbeiter-Flügel der Christdemokraten ins Visier nehmen. Doch das Mitleid mit der ÖVP kann sich in Grenzen halten, denn die beiden Großparteien sind für den Wahlkampf verantwortlich.

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Leser Meinungen zu "Der Kampf der Lokalhelden um Wien"

  1. Tom Schaffer sagt:

    ich befürchte, dass das LIF vor allem Grün-Wähler anzieht und hoffe, dass die stimmen nicht nach der wahl in der versenkung verschwinden.

    ein bisserl unterstütz, wenn auch unzureichend, wird meine these durch meine eigenen beiden montagsfragen. Von einer nahezu absoluten Grün-Mehrheit ist es zu einem Grün-LIF-Split gekommen.

    ist zwar nicht repräsentativ, aber wenn man davon ausgeht, dass der leserpool im wesentlichen derselbe ist, vielleicht ein indikator der sogar zulässig ist …

  2. H.Ehm sagt:

    Unser GESAMTEN! Politiker verhalten sich wie HARIBO Zuckerl: erst süß, aber nach kurzer Zeit zergehen die wie Schnee in der Sonne – was bleibt: ein bitterer Nachgeschmack
    mehr fällt mir dazu nicht (mehr!) ein.