Österreich feiert sich als Export-Europameister

Artikel vom: 19. Mai 2008


Anlässlich des “Exporttages 2008″ der Außenwirtschaft Österreich (AWO) wurden gestern, Donnerstag, bereits zum 15. Mal die erfolgreichsten Exportunternehmen Österreichs prämiert. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl hob zu diesem Anlass die positive Entwicklung des Landes hervor: “Österreich ist bereits Europameister – zwar nicht im Fußball, aber im Export bezogen auf das Exportwachstum.”

Laut Leitl konnte im vergangenen Jahr eine Gesamtexportsteigerung von zehn Prozent erzielt werden. Im Warenexport pro Kopf rangiert Österreich auf dem siebenten Platz, im Dienstleistungsexport auf Platz sechs. “Österreich ist ein guter Ausgangspunkt für die Erschließung eines Weltmarktes. Das Know-how ist im Land vorhanden. Gleichzeitig ist Österreich auch ein attraktiver Standort, um qualifizierte Mitarbeiter aus anderen Ländern anzulocken”, meint AKG-Marketing-Manager Alfred Reinprecht im Gespräch mit pressetext. AKG wurde gestern mit dem Exportpreis in der Kategorie Industrie ausgezeichnet.

Das Unternehmen, mittlerweile eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des börsennotierten US-Konzerns Harman International, exportiert vom Firmensitz Wien aus mit einer Quote von rund 98 Prozent in rund 140 Länder weltweit. In Österreich betreibt AKG die gesamte Forschung und Entwicklung und produziert zudem seine Premium-Produkte für den professionellen Audiobereich.

Anderen Unternehmen, die von Österreich aus den Weltmarkt erobern wollen, empfiehlt Reinprecht, sich den Zielmarkt und dessen Kultur genau anzuschauen. Mit der richtigen Vorbereitung und dem nötigen Selbstvertrauen stehe einer internationalen Erfolgsgeschichte nichts im Weg, zumal österreichische Unternehmen auch ein gutes Image als Geschäftspartner genießen würden, zeigt sich Reinprecht im pressetext-Interview überzeugt. Unter den anderen ausgezeichneten Export-Unternehmen 2008 finden sich unter anderem die Novomatic AG in der Kategorie Handel, Tupack Verpackungen in der Kategorie Gewerbe und Handwerk sowie die Austria Hotels Betriebs-GmbH in der Kategorie Tourismus.

Leitl nutzte den gestrigen Exporttag auch, um Bilanz nach vier Jahren EU-Osterweiterung zu ziehen. So sei das Handelsvolumen Österreichs mit den Beitrittsländern der Erweiterungsrunde 2004 in diesen vier Jahren von 20 Mrd. auf 31 Mrd. Euro gestiegen. “Die Erweiterung, wie auch unser eigener EU-Beitritt, war für Österreich ein Segen. Die österreichischen Exportzuwächse sind seit dem eigenen EU-Beitritt doppelt so hoch wie vergleichsweise jene der Schweiz in diesem Zeitraum”, meinte Leitl. Wifo-Chef Karl Aiginger wiederum thematisierte das gespaltene Verhältnis der Österreicher zur Erweiterung: “Österreich ist EU-weit noch immer am skeptischsten, was die Osterweiterung angeht. Dabei stützen unsere Nachbarn und deren Nachbarn unser Wachstum entscheidend.” Aiginger räumte allerdings ein, dass diese Länder durch ihre eigene Wirtschaftskraft zunehmend auch zu Konkurrenten erwachsen würden.
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